5 in 5 mit Julian von enabl

Podcast
In unserem neuesten Podcast "Logistik Solutions – 5 Fragen in 5 Minuten" haben wir Julian Wadephul, Co-Founder & CEO von enabl, zu Gast. Er teilt seine Einblicke in die innovativen Softwarelösungen von enabl und spricht über die aktuellen Herausforderungen in der Logistikbranche. enabl entwickelt intelligente Software, die darauf abzielt, Prozesse in der Intralogistik zu optimieren und effizienter zu gestalten. 
Julian Wadephul, Co-Founder & CEO von enabl, spricht über innovative Softwarelösungen in der Logistikbranche. Julian Wadephul, Co-Founder & CEO von enabl, spricht über innovative Softwarelösungen in der Logistikbranche.
Hören Sie sich die Folge hier an oder lesen Sie weiter im Blog, um die Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen zu erfahren.
  1. Beschreibe dein Unternehmen und dein Produkt kurz.
  2. Enabl automatisiert Gabelstapler in Logistikzentren und bietet Kunden einen Rundum-Service an. Wir starten mit einer Remote Driving Technologie, das bedeutet, dass wir Fahrzeuge über das Internet von einem Schreibtisch aus steuern können. Durch auf Machine-Learning basierte Ansätze können wir Fahrzeuge automatisieren und so die Fahrzeuge bis 2030 voll-automatisieren. Wir integrieren also schrittweise immer mehr Automatisierungsfunktionen und haben gleichzeitig noch Fahrer im Hintergrund, die die Fahrzeuge steuern und diverse Edge-Cases der Automatisierung sowie komplexe Aufgaben lösen können.
  3. Welches Problem löst ihr? Wir lösen drei große Probleme: 1. Fachkräftemangel: wir verlieren in Deutschland in den nächsten 10 Jahren 5 Millionen Arbeitskräfte, es gehen einfach mehr Leute in Rente als neue Erwerbstätige nachkommen. Die Logistik ist eine der Branchen mit dem höchsten Altersdurchschnitt und die Jobs sind in der Regel nicht gut bezahlt und unattraktiv. In Deutschland haben wir mehr als 15.000 offene Stellen für Staplerfahrer. Mit der enabl Lösung brauchen wir weniger Fahrer und können diese überall anstellen, wo sie verfügbar sind, wir brauchen nur einen Schreibtisch und Internet.
  4. 2. Volatilitäten in der Logistik: Durch Volatilitäten sowohl im Bedarf als auch in der Verfügbarkeit von Mitarbeitern ist es schwer, immer die richtige Anzahl an Mitarbeitern zur Verfügung zu haben. Stell dir vor, du bist Logistikleiter und hast an einem Tag 200 LKWs zu entladen und am Tag darauf 400 LKWs und gleichzeitig fehlen dir Mitarbeiter wegen Krankheit. Mit enabl können wir Standorte vernetzen und Schwankungen so ausgleichen. 3. Kosten: In der Logistik herrscht ein großer Kostendruck. Mit unserer Lösung durch die flexible Verteilung von Mitarbeitern und Automatisierung von Teilprozessen können wir die Effizienz der einzelnen Mitarbeiter steigern und so Kosten reduzieren.
  5. Was sind eure USPs? Unsere Technologie als Kombination von Remote Driving und Automatisierung ermöglicht es uns, die Flexibilität und das Know-How eines Mitarbeiters, das wir in der Logistik unbedingt brauchen, zu nutzen. Dadurch können wir mehr Anwendungsfälle abdecken als jedes Automatisierungssystem, zum Beispiel die LKW Be- und Entladung, Hochregale bedienen und Blocklager ein und auslagern. Durch unser Geschäftsmodell bieten wir außerdem eine höhere Flexibilität z.B. bei Schwankungen im Auftragsvolumen, da wir mit variablen Preisen arbeiten.
  6. Nenne ein konkretes Anwendungsbeispiel oder eine Erfolgsgeschichte, die verdeutlicht, wie eure Lösung in der Praxis funktioniert? Aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen muss ich es leider mit einem fiktiven Kunden aus der Kontraktlogistik verdeutlichen: Der Kontraktlogistiker muss die Logistik nach Vorgaben seines Kunden durchführen und hat Verträge mit einer Laufzeit mit bis zu maximal 5 Jahren. Die Logistikprozesse kann er also nicht vollständig selbst beeinflussen und für eine Automatisierung nur begrenzt optimieren, aufgrund der kurzen Laufzeit des Vertrags auch nur bedingt investieren. Zusätzlich hat er sehr geringe Margen und steht im Wettbewerb mit anderen Anbietern. Nun hat er bezüglich Staplerfahrer die Herausforderung, dass seine Belegschaft einen Altersdurchschnitt von über 50 Jahren hat und viele wertvolle Mitarbeiter in Rente gehen, er aber keine guten Bewerbungen bekommt. Zusätzlich hat er oft Schwankungen (saisonal oder auch innerhalb einer Woche), auf die er nur bedingt mit Personal reagieren kann. Mit enabl kann er innerhalb kürzester Zeit die Prozesse, in diesem Beispiel eine LKW Be- und Entladung, genauso wie bisher erledigen, hat dabei volle Flexibilität und kann seine Kosten reduzieren.
  7. Welche zukünftigen Entwicklungen oder Trends seht ihr in der Logistikbranche und wie bereitet ihr euch als Unternehmen darauf vor? Wir sehen aktuell aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Lage in Deutschland einige kurzfristige Herausforderungen, die sich aber unserer Meinung nach in den nächsten Jahren wieder relativieren werden. Langfristig sehen wir in der Logistik ein großes Wachstum und den Trend zur Digitalisierung und Automatisierung. Aufgrund des demografischen Wandels, genauso wie in anderen Branchen, sehen wir den Mangel an verfügbaren Mitarbeitern. Auch im Vergleich mit anderen Ländern sind die Kosten für Unternehmen in Deutschland eine Herausforderung, der Wettbewerb wird in den nächsten Jahren steigen. Wir glauben, dass wir genau für diese Herausforderungen das richtige Produkt aktuell entwickeln und müssen daher schauen, dass wir das Produkt rechtzeitig auf den Markt bekommen und skalieren, bevor andere Lösungen uns überholen. Wir bereiten uns als Unternehmen darauf vor, indem wir die höchstmögliche Entwicklungsgeschwindigkeit des Produktes und unseres Unternehmens anvisieren, und möglichst viele weitere Anwendungsfälle bei Kunden abbilden können.  
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